Die Wassertourismus Initiative Nordbrandenburg (WIN) besteht aus insgesamt 4 Teilprojekten (und dazu noch der Vison des Rhinkanals) und nachdem es im Teilprojekt "Wiederherstellung des Werbellinkanals" in letzter Zeit kraftig voran ging, kommt jetzt auch Bewegung in die Reaktivierung des Langen Trödels.
Nach Informationen, die der brandenburgische Infrastrukturminister Reinhold Dellmann bei einer Einwohnerversammlung in Zerpenschleuse gegeben hat, sollen im Verlauf des Kanalabschnittes 3 Hubbrücken gebaut werden. Die Hubbrücken sollen an den Kreuzungen mit der B 109 und der Forststraße in Zerpenschleuse und an der L21 (Berliner Chaussee) in Liebenwalde errichtet werden. Und um den Bedenken der Naturschutzverbände wegen der Lage des Kanals im FFH-Gebiet zwischen Zerpenschleuse und Liebenwalde entgegen zu kommen, soll der Abschnitt nur im Einbahnverkehr befahren werden.
Gerade letzteres schränkt die Nutzbarkeit der Wasserstraße erheblich ein, wenn keine Ausweichmöglichkeiten unterwegs geschaffen werden. Die Fahrzeit für den Streckenabschnitt beträgt ca. 1 Stunde und so müssen die Sportbootfahrer bis zu 2 Stunden auf den Gegenverkehr warten.
Als Problem sehen die Grünen Oberhavel (Lange genug getrödelt) und damit wohl auch die Naturschutzverbände den Begegnungsverkehr auf der Wasserstraße. Nach den bisherigen Planungen soll die Fahrrinne in einer Breite von nur 7 Metern hergestellt werden, womit ein Begegnungsverkehr wirklich schwierig wird, da Sportboote inzwischen gerne auch breiter als die angegebenen 3 Meter sind.
Allerdings ist die Fahrrinne des Normalquerschnitts des Finowkanals wesentlich breiter, hat er doch in früheren Jahren den Begegnungsverkehr von Finow- und Großfinowmaßkähnen ermöglicht, die bis zu 5,10 Meter breit waren. Eine Wiederherstellung dieses Querschnitts hätte das Problem des Begegnungsverkehrs also ausgeschlossen, wurde aber zur Verringerung des Konfliktpotentials nicht ins Auge gefasst, obwohl es rein rechtlich möglich gewesen wäre.
Bei all den Diskussionen um das Schützen von Biotopen sollte schließlich nie vergessen werden, daß wir uns in einer durch den Menschen geschaffenen Kulturlandschaft befinden und der Lange Trödel eine komplett künstliche Wasserstraße ist, die erst im Rahmen der Errichtung des Finowkanals gegraben wurde.
MOZ: WIN bei Bürgern auf Wohlwollen gestoßen